Rassistische Diskriminierung ist ein strukturelles Problem: Anlässlich der Veröffentlichung der Studie zur Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt.


Rassismus und Diskriminierung sind seit langem ein Problem der deutschen Gesellschaft. Im Schulsystem, auf dem Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt sowie vielen anderen Lebensbereiche. Inssan e.V setzt sich seit Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Communities als integralen Teil der Gesellschaft in Deutschland.
In einer neuen Studie von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk zur Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt wurden rund 20.000 Anfragen für Wohnungsbesichtigungen in 10 deutschen Städten verschickt. Die fiktiven Testpersonen waren in wesentlichen Merkmalen nahezu identisch, lediglich ihr Name variierte. Dieser ließ auf eine Herkunft aus Deutschland, Polen, Italien, der Türkei und dem arabischen Raum schließen. Die Studie findet u.a., dass jede 4. Bewerbung mit nicht mehrheitsdeutschem Name zurückgewiesen wird, wehrend vergleichbare Bewerbungen zur Besichtigungstermin eingeladen werden. Weiterhin wird fast ein Drittel der Männer mit türkischen bzw. arabischen Namen bei der Wohnungssuche diskriminiert.

Obwohl das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) diese Form der rassistischen Diskriminierung verbietet, sieht die Praxis anders aus. Die Studie beweist wiederholt, dass das AGG keinen ausreichenden Schutz gewährt. Sowohl das Beweis- als auch die finanzielle Last erschweren Betroffene juristische Schritte einzuleiten. Des Weiteren, ist die Sensibilisierung von betroffenen Gruppen nicht bzw. unzureichend vorhanden, die Menschen kennen ihre Rechte nicht. Vor allem in der müslimischen Community und anderen Communities, die von schlechteren sozio-ökonomischen Bedienungen überwiegend betroffen sind, ist eine besondere Anstrengung in dieser Hinsicht notwendig. 
„Angesicht der Tatsache, dass die Studie bloß den ersten Schritt der Wohnungssuche untersucht, sind diese Zahlen mehr als allarmierend“ May Zeidani Yufanyi, Projektkoordinatorin von Nicht ohne meinen Glauben, das neuen Antidiskriminierungsprojekt von Inssan e.V. „Die Stärke einer Gesellschaft wird daran gemessen, wie viel sie ihre Minderheiten vor Ausgrenzungen und Diskriminierungen beschützt“ so Zeidani Yufanyi weiter. Geeigneter Wohnraum ist ein existenzielles Grundbedürfnis. Diskriminierung bei der Wohnungssuche verweigert gesellschaftliche Teilhabe. Sprache, Bildung, Beruf und Wohnraum bedingen die Integration der verschiedene soziale Gruppen in der Gesellschaft.
Solche Studien geben Anlass dazu, ersthafte Debatten zu führen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, in den das wohlergehend der gesamten Gemeinschaft in Deutschland erstrebt ist.

Kontakt:
May Zeidani Yufanyi, Projektkoordination "Nicht ohne meinen Glauben" (Inssan e.V.)
may@inssan.de, 030 - 2061 9639


 
Netzwerk
Lange Nacht der Religionen
Islamwoche
Festival
Zwangsehe
Fussball
Hadsch
Kreuzberg
Kreativ gegen Diskriminierung
Impressum