Pressemitteilung zu Übergriffen auf junge Frauen mit Kopftuch in Berlin

14.02.2019
Inssan e.V. verurteilt die islamfeindlich motivierte Gewalt an drei jungen Musliminnen
 
„Die aktuellen Vorfälle in Neukölln und Marzahn bestürzen uns sehr“, so Zeynep Çetin, Juristin und Projektleiterin des Netzwerks gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit bei Inssan e.V. und weiter „wir beobachten den Anstieg von Diskriminierungs- und Hate Crime Meldungen über die Jahre mit großer Sorge. Uns fehlt die Empörung aus der Gesellschaft“.
So ist die Zahl der erfassten Meldungen bei Inssan e.V. von 106 erfassten Fällen im Jahr 2016 auf fast 200 Fälle im Jahr 2018 gestiegen. „Und wir haben Grund zur Annahme, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist“, Zeynep Çetin weiter.
 
Bei den Vorfällen wurden zwei muslimische Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren in Marzahn von einem Mann islamfeindlich beleidigt und mit der Faust mehrfach ins Gesicht geschlagen.
 
In Neukölln hatte eine Frau versucht, einem 12-jährigen Mädchen das Kopftuch herunter zu ziehen und sie mit einer augenscheinlich blutgefüllten Spritze und einem Pfefferspray bedroht.
 
In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.
 
Das Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit ist ein Projekt von Inssan e.V. und sammelt Diskriminierungs- und Hatecrime Meldungen von Muslim*innen und als solche gelesenen Menschen. Außerdem bietet das Projekt Empowerment- und Sensibilisierungsworkshops an und fungiert als Beratungsstelle für Betroffene.

Pressekontakt:

Zeynep Çetin, Netzwerkt gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit
Gitschiner Str. 17, 10969 Berlin.
Telefon: 030 20 61 96 39.