| 7000 Kuchen für eine gute Nachbarschaft |
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Zum letzten Ramadanfest (2006) haben INSSAN und acht andere muslimische Organisationen aus Berlin und ihre 7.000 Ge-meindemitglieder gemeinsam ihren Nachbarn kleine Bayram-Präsente geschenkt: Kuchenpäckchen mit einer über Geschenkband verbundenen Grußkarte. INSSAN-Vorstandsmitglied Lydia Nofal: „Es wird Zeit, dass auch unsere andersgläubigen Nachbarn mal etwas vom Bayram mitbekommen. Wir hoffen, dass diese Aktion Vertrauen schafft.“
Direkt nach den morgendlichen Festgebeten wurden die Geschenke verteilt. Die Muslime haben sie dann ihren Nachbarn persönlich überreicht oder an die Türklinke gehängt.
Auf der Grußkarte steht:
„Liebe Nachbarn,
heute feiern die Muslime Bayram, das Zuckerfest, zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan. Zu diesem Anlass möchten wir Sie mit der Aktion „Auf gute Nachbarschaft“ herzlich grüßen. Über 7.000 Berliner Muslime setzen mit diesen Präsenten ein kleines Zeichen für das friedliche Zusammenleben. Schließlich ruft uns unser Glaube dazu auf, gute Beziehungen zu Nachbarn gleich welcher Religion, Herkunft oder Kultur zu pflegen*.
Aus diesem Grund möchten wir Ihnen heute diese kleine Süßigkeit schenken.
Viele Grüße Ihre muslimischen Nachbarn
*Koran 4:36: „Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er verwandt oder aus der Fremde...“
Teilnehmende Organisationen: INSSAN, Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung, Al-Falah-Gemeinde, Islamisches Kultur- und Erziehungszentrum, Bilalmoschee, Islamische Gemeinschaft Milli Görrüs, Deutschsprachiger Muslimkreis, Islamische Föderation und Islamische Gemeinschaft Al-Nur-Moschee. Die Idee für die Aktion stammt von INSSAN.
Die 1. Nachbarschaftsaktion:
Am 14. April hatten auch nichtmuslimische Nachbarn Grund, sich auf das Freitagsgebet zu freuen: Der muslimische Verein INSSAN veranstaltete in den drei Moscheen Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung, Islamisches Kultur- und Erziehungszentrum und der Bilalmoschee die Aktion 'Auf gute Nachbarschaft'. Jeder Besucher erhielt nach dem Gebet ein Kuchenpäckchen (insgesamt 2700 Stück) mit einer mit Geschenkband angebundenen Grußkarte, die er seinen Nachbarn überreichen oder an deren Tür hängen sollte. Die Imame der drei Moscheen sind auch in ihren Freitagsansprachen auf das Thema Nachbarschaft eingegangen.
Leider gehen nachbarschaftliche Kontake – gerade in einer Großstadt wie Berlin - selten über die Begrüßung hinaus. Mit der Aktion wollte INSSAN das ändern und gegenseitige Vorurteile genau da abbauen, wo es am meisten bringt, in der Nachbarschaft. Hier können sich die Menschen kennen lernen. So kann Vertrauen zwischen Andersgläubigen und Muslimen, das durch verschiedene Ereignisse (Anschläge, Karrikaturenstreit, Irak-Konflikt usw.) sehr gelitten hat, wieder aufgebaut werden. Der Erfolg gab uns Recht: In einem Fall freute sich eine Nachbarin so sehr, dass sie sofort Blumen einkaufte, um sich dankbar zu zeigen.
Auf der angehöngten Grußkarte war zu lesen: „Liebe..., heute wurde in mehreren Moscheen die Aktion 'Auf gute Nachbarschaft' ausgerufen. Damit möchten Berliner Muslime ein Signal für das friedliche Zusammenleben mit Andersgläubigen setzen. Der Prophet Mohammed (Friede und Segen auf ihm) forderte die Muslime auf, gute Beziehungen zu ihren Nachbarn – gleich welcher Religion, Herkunft oer Kultur – zu pflegen. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen heute diese kleine Süßigkeit schenken. Guten Appetit und auf gute Nachbarschaft! Viele Grüße...“
Unvergleichlich ist, wie der Prophet (Frieden und Segen auf ihm) seine eigenen Nachbarn behandelt hat. Die Geschichte seines jüdischen Nachbarn ist bekannt, der ihm Tag für Tag seinen Müll vor die Haustüre stellte. Doch der Prophet blieb ruhig. Bis eines Tages der Müll fehlte und Mohammed (s.a.s.) aus Sorge den jüdischen Nachbarn besuchte, der tatsächlich krank war. Diese Fürsorge hat nicht nur den Nachbarn stark beeindruckt, sondern auch uns heute noch.
INSSAN hat beobachtet, dass viele Muslime nicht so recht wagen, ihre Nachbarn anzusprechen. Über die gemeinsame Aktion, die in Zukunft einmal im Jahr durchgeführt werden soll, möchte INSSAN diese Hemmungen abbauen
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