| Umweltschutz-Aktion "Multikultur pro Natur" |
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(english)
Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour unterstützte am letzten Samstag den muslimischen Verein INSSAN bei der interkulturellen Umweltschutzaktion in Kreuzberg (Paul-Lincke-Ufer/Kottbusser Damm). Gemeinsam haben die Teilnehmer den Müll am Ufer des Landwehrkanals gesammelt und Schilder aufgehängt.
Mit der Aktion möchte INSSAN das Umweltbewusstsein bei Migranten stärken. Dass es da noch Nachholbedarf gibt, zeigt u.a., wie einige Mitbürger mit türkischem und arabischem Hintergrund das Ufer am Landwehrkanal oftmals hinterlassen. Vorstandsmitglied Jamal Naim fordert: „Wir möchten den Menschen zeigen, dass Muslimen die Natur nicht egal sein sollte und dass so etwas wie Umweltschutz in jeder Kultur zu Hause ist . Hoffentlich konnten wir etwas mit der Aktion erreichen.“
Neben der praktischen Müllsammlung bemüht sich INSSAN auch um eine fortdauernde Wirkung. Kinder haben in dieser Woche DIN-A3-Schilder bemalt. Diese tragen Zitate zum Thema Umwelt vom Propheten Mohammed (a.s.s.), Willy Brandt, Leonardo da Vinci, dem römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca, aus der Verfassung, dem Koran und aus dem Neuen Testament. Die Teilnehmer banden die Schilder für ein paar Tage an Laternen und Bäumen fest, so dass auch über den Samstag hinaus Tiergarten-Besucher an umweltgerechtes Verhalten erinnert werden.
Die Zeitung taz über die Umweltschutzaktion:
+++Müll kommt weg: Vorbildhaft zeigten sich die rund 50 überwiegend muslimischen Jugendlichen aus zehn Ländern, die am Samstag den Müll im
Tiergarten mit Zangen und Säcken abgeräumt haben. Die Aktion sollte das Umweltbewusstsein unter Einwanderern stärken, so die Veranstalter. Dabei waren aber auch die Bundestagskandida-ten... +++
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„Bei dieser Veranstaltung sind wir uns mal beide einig, dass wir dieses Engagement sehr begrüßen“, so der Bundestagsabgeordnete.
Die Teilnehmer sammelten mit Kneifzangen, Handschuhen und Säcken den Müll aus Büschen, von den Wiesen und der Straße. Dann hingen sie die von einem Kindergarten bemalten Schilder mit Zitaten über die Umwelt vom Propheten Mohammed (a.s.s.), Leonardo da Vinci, römischen Philosophen, Dichtern und aus der Bibel an die Bäume. Ein INSSAN-Mitarbeiter: „Damit erreichen wir, dass die Aktion auch über den heutigen Tag hinaus wirkt.
Die nächsten Tage konnten Passanten schöne Weisheiten über die Natur entdecken.“ Wer am Samstag mitmachte, bekam eine Bratwurst geschenkt und so wurde die ganze Veranstaltung auch noch zu einem gemütlichen Zusammensein an einem der letzten Sonnentage des Jahres.
Mit der Aktion versucht INSSAN, dem übergeordneten Ziel „Integration“ von Muslimen ein Stück weit näher zu kommen. Das Umweltbewusstsein und damit auch das Verantwortungsgefühl für dieses Land sollen mit solchen Veranstaltungen gestärkt werden. Dafür war der Tiergarten der passende Ort, da er auch häufig von muslimischen Migranten benutzt wird, aber leider nicht immer umweltschonend hinterlassen wird. Ein anwesender Politiker von der CDU schlug vor: „Vielleicht entsteht ja hieraus eine Bürgerinitiative für den Tiergarten, die so eine Aktion dann einmal im Monat organisiert.“
Aktion im Jahr 2004
Die erste Umweltschutzaktion von Berliner Muslimen – organisiert von dem Verein INSSAN - war am Samstag am Paul-Lincke-Ufer ein voller Erfolg. Zunächst besuchten ungefähr 20 Teilnehmer das Seminar zu den Themen „Umweltschutz im Islam“ und „Praktische Tipps für den Alltag“. Anschließend sammelten sie Müll am Paul-Lincke-Ufer und hingen Hinweisschilder zum umweltbewussteren Handeln auf.
„Wir waren positiv überrascht, dass so viele Passanten spontan mithalfen und sich über unsere Aktion erkundigten“, so der INSSAN-Vorsitzende Salah Bouabdallah. Die von Kindern bemalten Schilder mit Zitaten vom Propheten Mohammed, Leonardo da Vinci, dem Dichter Hebel und aus dem Neuen Testament zogen viel Aufmerksamkeit auf sich.
An dieser Stelle danken wir dem Berliner Senat und der Berliner Stadtreinigung für die freundliche Unterstützung.
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